Auf dem Areal der Gosteli-Stiftung ist der Raumvorrat für neues Archivmaterial voll ausgeschöpft. Auch die ungünstigen klimatischen Bedingungen im Aussenmagazin sind eine Herausforderung, die es anzugehen gilt. Das Gelände des Gosteli-Archivs soll zudem offener und einladender werden. Das Projekt "Laurenzia" ging 2025 als Siegerprojekt aus einem Studienauftrag hervor.

Bedarf

Aus konservatorischen Gründen und auf der Grundlage einer Nutzungsstudie hat der Stiftungsrat des Gosteli-Archivs im Herbst 2023 beschlossen, die Planung eines Erweiterungsbaus an die Hand zu nehmen. Der Ersatzneubau im historischen Ensemble soll die Archivalien fachgerecht unterbringen, mehr Raum für Archivarbeit und Vermittlung bieten und mit einer sorgfältigen Umgebungsgestaltung für Besuchende und Spaziergänger:innen besser zugänglich sein.

Siegerprojekt

2025 wurden im Rahmen eines Studienauftrags drei Planungsbüros eingeladen, für die gestellte Aufgabe Projekte einzureichen. Die Jury, unterstützt durch Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Ittigen, der Burgergemeinde Bern und der kantonalen Denkmalpflege, hat einstimmig den Entwurf "Laurenzia" der Büros Kolabor (Architektur) und DUO (Landschaftsarchitektur) zur Weiterverfolgung ausgewählt. 

  • 170924 gosteli stiftung aussen 8759 Pedro Rodrigues
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    Der Wohnstock auf dem Altikofen-Gut, erbaut 1884-85, K-Objekt, Sitz der Gosteli-Stiftung mit dem Gosteli-Archiv. (Bild: Pedro Rodrigues)
  • Bauprojekt Cropped
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    Das Gosteli-Archiv mit dem Schopf, der zurzeit als Magazin genutzt wird. An seiner Stelle ist ein Ersatzneubau geplant.
  • 260825 GOS Visualisierung Aussen web2
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    Visualisierung Siegerprojekt, entworfen durch die Büros Kolabor (Architektur) und DUO (Landschaftsarchitektur).
  • N Gosteli 78 2
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    Der Wohnstock um 1900, links sind die ursprünglich holzverkleideten Lauben an der Südwest-Fassade sichtbar. (StAB N Gosteli 78)
  • N Gosteli 89
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    Der Wohnstock um 1900 mit repräsentativer Hauptfront. (StAB N Gosteli 89)

Teilprojekt I: Ersatzneubau

Anstelle des bestehenden Schopfs entsteht ein Neubau mit ähnlicher Grundfläche, Volumetrie und Dachform. Seine Architektur wirkt zurückhaltend, ist zugleich von Wertigkeit geprägt und stärkt das historische Ensemble. Der Neubau bietet Platz für Arbeitsräume der Archivmitarbeitenden und einen Mehrzweckraum für Veranstaltungen, Schulklassenbesuche oder Seminare.

Teilprojekt II: Archivmagazin

Zwischen dem Neubau und dem Bestandsbau und von beiden Seiten zugänglich, erstreckt sich ein unterirdischer Magazinbau. Er nutzt die Raumverhältnisse im historischen Ensemble bestmöglich, ist bauphysikalisch und mit Blick auf die Arbeitsabläufe optimal angelegt und bietet genügend Raum für eine langfristige, nachhaltige und fachgerechte Aufbewahrung der Archivalien ohne grossen Energieaufwand (low-tech).

Teilprojekt III: Bestandsbau und Umgebung

Die sanft umgestaltete Eingangssituation und Umgebung des Gosteli-Archivs laden Besuchende barrierefrei in Haus und Garten ein. Am historischen Wohnstock werden nur vereinzelte und gezielte Veränderungen vorgenommen. Die Laube wird saniert, ein Lift eingebaut und ein Verbindungsgang zum Magazin gelegt. Die publikumsorientierten Nutzungen wie Empfang, Bibliothek und Lesesäle sind in diesem Gebäude untergebracht. So bleibt die Geschichte des Hauses und seiner einstigen Besitzerin für Besuchende direkt erfahrbar.