Categoria Evento: Plaisir d'archive


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Gosteli-Archiv

Gosteli-Archiv, Worblaufen

Plaisir d'Archive #2: Marga Bührig

Sie war offen, herzlich, einschüchternd, interessiert, gewitzt, schlagfertig, gerne in Gesellschaft, wusste was sie wollte und was nicht – Eine harte Nuss? Oder eine Frau mit Autorität?⁠

Am zweiten Plaisir d’Archive gab es viele Expertinnen, sie hatten Marga Bührig gekannt. Es wurde berichtet, diskutiert, widersprochen und zugestimmt. Doch bevor sich dieser Erinnerungsaustausch entfachen konnte, lauschten alle gespannt Dolores Zoé Bertschinger. Die Religionswissenschaftlerin führte uns durch ein Bild von Marga Bührig, liess es uns neu entdecken. Sie erzählte, wie sie beim Betrachten eine Beziehung zu dieser Person im Bild aufgebaut hat – die rauchende, Wein trinkende, zugewandte Marga Bührig. Man möchte hinein in das Bild, sich an den Tisch mit Marga Bührig setzen, sich den Genüssen hingeben und dabei die Gespräche plätschern lassen.⁠

Lisa Christ führte uns in Marga Bührigs Kindheit, in die Beziehung, die sie nach ihrer Ankunft mit der Schweiz «auszukäsen» hatte. Vom Märchenland über einen grauenhaften Ort hin zur Versöhnung, dem Entwickeln eines Heimatgefühls. Ihre Gefühlswelt liegt als Kinderzeichnung bei uns im Archiv: Schlittschuhlaufende Menschen, alle ziehen einen «Lätsch» und in der Mitte steht ein Schild «Fangis verboten».⁠
Lisa Christ spiegelte, was viele von uns bei einem Archivbesuch fühlen: Man möchte in das Leben einer Person eintauchen, jedes Fitzelchen aufnehmen – doch dann kommt das eigene Leben dazwischen. Essen, schlafen, Steuern zahlen.⁠
Und doch: «Wennder jetz gwundrig worde sit, uf meh Marga Bührig, chani euch nur empfäle, euch z’informiere, es lohntsech uf jede Fall. Weu ou höt hei eri Wärt, eri Wort und ere unerschütterlech Gloube as Guete, ad Hoffnig und a Frede nüt a Aktualität ibüesst.»⁠

Die Geselligkeit Marga Bührigs war ansteckend. Nach dem Event waren alle in Gespräche vertieft – noch auf den Stühlen, auf dem Weg aus dem Saal, im Treppenhaus, vor dem WC, in der Haustür – überall war Geselligkeit. Es war berührend, wie der Geist Marga Bührigs an diesem Abend das ganze Haus belebte.⁠

Danke, für euer Kommen, Zuhören, Diskutieren und Geniessen!
Danke, Dolores Zoé Bertschinger und Lisa Christ für eure wunderbaren Beiträge!
Danke auch dem Stiftungsrat der Marga Bührig Stiftung, dass ihr alle da wart.